In aller Stille hat Cleveland seinen zweiten großen Offseason-Fall geregelt. James Harden verzichtet auf seine Spieleroption über 42,3 Millionen Dollar für 2026/27 – und die Cavaliers verhandeln bereits einen neuen Mehrjahresvertrag mit ihm, wie ESPN-Insider Shams Charania berichtet.
42,3 Millionen abzulehnen klingt auf den ersten Blick nach einem Wagnis. Es ist keines. Hinter dem Schritt steckt schlichte Vernunft: Mit dem neuen Vertrag – laut übereinstimmenden US-Medienberichten etwa zwei Jahre à 30 Millionen Dollar pro Saison – hält Cleveland mehr Luft unterhalb der Salary-Cap-Grenzen. Die Cavaliers bleiben flexibel, um ihren Kader weiter auszubauen.
Dass Harden Teil dieses Kaders ist, hat sich bewährt. Er kam im Februar-Trade von den Clippers – Cleveland gab Darius Garland und einen Zweitrunden-Pick ab – und lieferte in 26 Spielen für die Cavs 20,5 Punkte, 7,7 Assists und 4,8 Rebounds. Gemeinsam mit Donovan Mitchell führte er Cleveland in die Eastern Conference Finals, zum ersten Mal seit 2018. Dort wartete New York: Die Knicks fegten die Cavs in vier Spielen aus der Halle.
Warum beide Seiten den Deal wollen
Mit 36 Jahren ist Harden nicht mehr der Isolation-Scorer, der Verteidigungen in Houston auseinandernahm. Die Version, die in Cleveland auftauchte, war ein anderer Typ: weniger explosiv, mehr Spielmacher. Einer, der für Mitspieler kreieren, im Pick-and-Roll mit Mitchell agieren und effizient treffen kann, ohne den Ball zu dominieren. Für das Cleveland-System passt das.
Für Harden selbst ist die Kalkulation einfach. Ein Max-Vertrag mit 36 trägt echtes Risiko. Zwei garantierte Jahre bei einem Playoff-Team, in einem System, das er bereits kennt – das ist der sicherere Weg als ein Prove-it-Deal bei einem Aufbau-Franchise.
Das Moratorium für NBA-Vertragsunterzeichnungen endet am Montag, 6. Juli. Danach wird die Unterschrift zeitnah erwartet.
Fundament für eine zweite Chance
Cleveland hatte im vergangenen Jahr das Gerüst. Evan Mobley gehörte zu den besten Zwei-Wege-Spielern der Conference. Donovan Mitchell war weiterhin einer der zehn produktivsten Scorer der Liga. Die Knicks waren stärker und kompakter – aber mit Harden von Beginn an, über eine vollständige Saison, könnten die Abstände anders aussehen.
Offizielle Zahlen hat kein Klub bestätigt. Laut Shams Charania von ESPN sowie mehreren US-Medienberichten wird der Vertrag auf insgesamt rund 60 Millionen Dollar über zwei Jahre taxiert.
