Wer hätte gedacht, dass einer der am meisten erwarteten Rookies des Jahres die NBA Summer League so souverän dominiert? Cameron Boozer hat es allen gezeigt.
In sechs Spielen kommt der dritte Pick der Grizzlies im Schnitt auf 20 Punkte, 7 Rebounds und 3,3 Assists. Zuletzt war es Boozer, der Memphis mit 24 Zählern bei 77 Prozent Feldwurfquote (10 von 13) und 7 Rebounds gegen Atlanta ins Halbfinale schoss.
Heute Nacht treffen die Grizzlies im Finale auf die Golden State Warriors – Tip-Off um 3 Uhr MESZ auf ESPN.
Mehr als ein Scorer
Was Beobachter besonders beeindruckt: Boozer ist kein reiner Punktesammler. Der Sohn von NBA-Veteran Carlos Boozer liest Defensivformationen früh, nimmt Charges gegen schwerere Gegner und eröffnet Angriffe mit klugen Pässen. Beim Debüt gegen die Chicago Bulls (23 Punkte bei 7 von 12, 6 Rebounds, 4 Assists, 1 Block) war schnell klar: Dieser Rookie ist anders. Seitdem ist er in keinem Spiel unter zwölf Punkte gefallen.
Sports Illustrated urteilte, Boozer zeige “bereits das Potenzial eines Stars” – sein Spielverständnis sei die Stärke, die sich am wenigsten trainieren lasse.
Memphis spielt als Mannschaft
Guard Javon Small erzielte 26 Punkte, 4 Rebounds und 7 Assists, als die Grizzlies Golden State in der Gruppenphase 106:85 überrollten – gegen denselben Gegner wie heute. Memphis traf dabei 17 von 32 Dreiern und führte zeitweise mit 27 Punkten.
Das Memphis nach Morant
Ja Morant wurde in diesem Sommer nach Portland getradet. Memphis baut neu auf – mit Boozer als zentralem Baustein. Ein Summer-League-Titel ist kein Meisterbeweis, aber er sendet ein Signal: Diese Mannschaft kämpft.
Boozer ist 19 Jahre alt. Nach seinen Auftritten in Las Vegas klingt “Aufbauphase” plötzlich sehr kurz gedacht.
Was bleibt: Cameron Boozer ist echt. Summer-League-Vorbehalt gilt – aber Effizienz, Spielmachen und Defensivbereitschaft auf diesem Niveau lassen sich nicht vortäuschen.
Quellen: Yahoo Sports | Sports Illustrated | NBA.com
