Knicks führen die NBA Finals 3:1. Spiel 5 heute Nacht im Frost Bank Center in San Antonio, 2:30 Uhr MEZ auf ABC.
Wembanyama zweifelt nicht
Kurz vor dem womöglich entscheidenden Spiel seiner noch jungen Karriere trat Victor Wembanyama am Freitag vor die Mikrofone – ohne jede Nervosität. „Alle bei den Spurs denken und wissen, dass wir es schaffen werden”, sagte der 22-jährige Center, wie The Athletic berichtet. „Ich glaube, es wäre ein Fehler, unsere Energie auf mehrere Spiele zu verschwenden. Ein Spiel nach dem anderen.”
Mutige Worte von einem Mann, der einem 1:3-Rückstand in den NBA Finals gegenübersteht – einem Loch, aus dem sich in der Geschichte nur ein Team befreit hat. Die Cleveland Cavaliers von 2016 sind die einzige Ausnahme: Teams, die in den Finals mit 3:1 führen, haben die Serie 37-mal gewonnen. Damit San Antonio noch dreht, müsste New York dreimal in Folge verlieren.
Knappe Niederlagen – aber Niederlagen
De’Aaron Fox klammert sich an dieselbe Logik. Der Spurs-Aufbauspieler betonte, dass die drei Niederlagen San Antonios – mit 10, dann 1, dann wieder 1 Zähler – nicht wie die Ergebnisse einer dominierten Mannschaft aussehen. „Wir glauben immer noch daran, weil wir gesehen haben, dass es möglich ist”, sagte Fox am Freitag. „Bei den Teams, die 3:1 aufgeholt haben, lagen die verlorenen Spiele oft im zweistelligen Bereich. Unsere Niederlagen waren alle knapp.”
Bei den Margen hat er recht. Was er unerwähnt ließ: Zwei dieser Einpunkt-Niederlagen endeten durch Entscheidungstreffer von OG Anunoby (33 Punkte, 7 Rebounds in Spiel 4). In Spiel 4 verspielten die Spurs eine Halbzeitführung von 29 Zählern – die höchste je in einem Finals-Spiel verspielt. Anunoby verwertete dann den Fehlwurf von Jalen Brunson per Tip-In mit 1,2 Sekunden auf der Uhr. Fox selbst traf in den Schlussekunden eine unverständliche Entscheidung, die den Weg dafür ebnete.
„Die Leute haben meine Handynummer nicht”, konterte Fox am Freitag Kritiker. „Ich schaue mir diese Shows nicht an. Das spielt keine Rolle.”
New York und 53 Jahre Warten
Jalen Brunson (36 Punkte in Spiel 4) und die Knicks stehen vor der größten Chance seit Jahrzehnten, den längsten Titeltraumel der Franchise-Geschichte zu beenden. Seit 1973 hat New York keinen NBA-Titel mehr gewonnen. Das Madison Square Garden ist heute nicht Schauplatz – Tausende Knicks-Fans sollen sich auf den Weg nach Texas gemacht haben.
Das Frost Bank Center wird für San Antonio kein echter Heimvorteil sein. Die Spurs hatten Spiel 3 im Madison Square Garden gewonnen – sie wissen also, dass Auswärtssiege möglich sind. Aber dreimal in Serie zu gewinnen, beginnend auf eigenem Parkett gegen ein Brunson-Anunoby-Duo mit historischem Rückenwind – das ist eine ganz andere Aufgabe.
Kornet fraglich
Hinzu kommt eine Hiobsbotschaft: Backup-Center Luke Kornet ist für Spiel 5 wegen einer Erkrankung fraglich. Kornet, 30, ist Wembanyamas wichtigste Unterstützung im Frontcourt. Fällt er aus, müssen die Spurs gegen ein physisches Knicks-Team ohne ausreichend Tiefe in der Zone auskommen.
Wembanyama selbst zeigte sich davon unbeeindruckt. Weder die verspielten 29 Punkte, noch die Fox-Kontroverse, noch Kornets Zustand schienen seinen Optimismus zu brechen. Gewinnen die Spurs heute, geht es am Dienstag zum Spiel 6 nach Madison Square Garden. Verlieren sie, sind die Knicks erstmals seit 1973 NBA-Champions – auf fremdem Parkett.
Was bleibt
- Serienstand: Knicks führen 3:1. Spiel 5 heute Nacht, 2:30 Uhr MEZ, ABC, Frost Bank Center, San Antonio.
- Schlüsselzahl: Teams mit 3:1-Führung in den NBA Finals haben 37-mal gewonnen. Einzige Ausnahme: Cavaliers 2016.
- Im Blick: Luke Kornets Verfügbarkeit und Wembanyamas Reaktion nach dem Einbruch in Spiel 4.
