Mike Brown hatte nach Spiel 3 eine Zahl im Kopf. Nicht 111 – das Ergebnis der Knicks. Nicht 32 – Jalen Brunsons Punkte. Die Zahl, die ihn beschäftigte: 24. So viele Freiwurfversuche erzielte San Antonio in der zweiten Halbzeit. New York kam auf acht.
„Das wollte ich in einem Finalspiel nie sehen”
Brown sprach die Diskrepanz in der Pressekonferenz direkt an. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in einem NBA-Finalspiel sehe, wie eine Mannschaft in der zweiten Halbzeit 24 Freiwürfe bekommt und die andere nur acht”, sagte er, wie ESPN berichtete. Eine formelle Beschwerde beim Liga-Office legte er zwar nicht ein, machte aber seine Sorge deutlich: „Das wird unsere Chancen erheblich verringern, wenn das in Spiel 4 wieder so läuft.”
Die Aufschlüsselung nach Vierteln verdeutlicht das Ausmaß: Im dritten Viertel trat San Antonio 14-mal an die Freiwurflinie, New York nur dreimal. Die Knicks befanden sich die letzten 9 Minuten und 18 Sekunden des vierten Viertels in der Mannschaftsfoulstrafe – ein struktureller Vorteil für die Spurs in der entscheidenden Phase.
Towns widerspricht seinem eigenen Coach
Karl-Anthony Towns folgte seinem Trainer nicht. Der Center sagte, der Freiwurf-Unterschied habe das Spiel nicht entschieden, und verwies auf die Aggressivität der Spurs in Transition und unter dem Korb. Wenn der beste Spieler eines Teams seinen Trainer in einer öffentlichen Schiedsrichter-Kritik nicht unterstützt, entsteht ein zweites Thema neben dem eigentlichen Spiel.
Die NBA kommentiert Schiedsrichter-Kritik vor dem nächsten Spiel in der Regel nicht. Eine Geldstrafe war am Dienstagmorgen noch nicht angekündigt worden. Brown wusste das – und sprach trotzdem.
Was das für Spiel 4 bedeutet
Die Spurs gewannen Spiel 3, weil Wembanyama eines der beeindruckendsten Finalspiele der jüngeren Geschichte ablieferte und Castle zweimal entscheidend traf. Die Freiwurf-Diskrepanz war real. Ob sie das Ergebnis beeinflusste, ist eine andere Frage. Was Brown – bewusst oder nicht – getan hat: Er hat vor Spiel 4 öffentlich Druck auf das Schiedsrichtergespann aufgebaut. Möglicherweise war genau das das Ziel.
Was bleibt
- Freiwürfe, 2. Halbzeit: Spurs 24 – Knicks 8 (3. Viertel: Spurs 14, Knicks 3)
- Brown: öffentliche Kritik, keine formelle Beschwerde
- Towns: widerspricht Coach, sagt Freiwürfe hätten das Spiel nicht entschieden
Quellen: ESPN, Bleacher Report.
