Der Machtkampf um die Los Angeles Lakers hat das Gericht erreicht. Jeanie Buss hat beim Superior Court in Los Angeles eine Petition eingereicht, um den geplanten Verkauf des Familienanteils an der Franchise zu blockieren – das berichten ESPN und CNBC. Der juristische Schachzug verkompliziert eine Eigentumsübertragung, die ohnehin zu den aufwendigsten in der NBA-Geschichte zählt.
Im Zentrum des Streits steht der Buss-Familientrust, der 17,8 Prozent der Lakers hält. Als Mehrheitseigner Mark Walter die Franchise an Josh Kushner und Bob Iger zu einer Bewertung von 12,5 Milliarden Dollar verkaufte, stimmten fünf von Jeanies Geschwistern für einen Mitverkauf ihres Anteils. Jeanie Buss hält dieses Votum für rechtswidrig.
Das Kernargument der Petition: Es liege im besten Interesse des Familientrusts, “eine Beteiligung zu behalten, die ausreicht, um Kontrolle zu erhalten und von dem stetig steigenden Wert zu profitieren” – so die Petition laut ESPN.
Drei Treuhänder, ein Streit
Die rechtliche Grundlage ist klar. Der Trust-Vertrag sieht vor, dass kein Anteilsverkauf ohne Zustimmung aller drei Co-Treuhänder erfolgen kann – Jeanie, ihrer Schwester Janie und ihrem Bruder Joey Buss. Ein Mehrheitsvotum der übrigen Geschwister kann diese Anforderung laut Jeanie nicht aushebeln.
Die Petition geht noch weiter: Jeanie beantragt die Abberufung von Janie und Joey als Co-Treuhänder wegen Verletzung ihrer Treuhandpflicht. Wie Sports Illustrated berichtet, verschärften Kommentare der Brüder über ihren Vater Jerry Buss die ohnehin angespannte Lage zusätzlich.
Minderheitseigner Dr. Patrick Soon-Shiong und Ed Roski haben laut übereinstimmenden US-Medienberichten angekündigt, ihre Anteile behalten zu wollen – eine Position, die sich mit Jeanies Haltung deckt.
Was jetzt kommt
Die Haupttransaktion Walter-Iger-Kushner ist durch den Rechtsstreit nicht blockiert. Der Mehrheitsverkauf läuft. Aber ein langwieriger Prozess um das 17,8-Prozent-Paket bringt Unsicherheit in die Eigentumsstruktur – zu einem Zeitpunkt, an dem die Lakers nach einer Saison ohne Playoffs auch sportlich im Umbruch sind.
Wie Sportico berichtet, verzögert der Konflikt bereits den Abschluss der Gesamttransaktion. Das letzte Wort hat jetzt ein Richter.
Mit 12,5 Milliarden Dollar ist die Lakers-Bewertung aus dem Walter-Deal ein Rekord für nordamerikanische Sportfranchises. Wie sich der verbleibende Familienanteil letztlich auflöst, könnte Monate dauern.
