Die Finals vom Juni stehen fest in den Büchern – doch die Saison 2026/27 hat längst anderswo begonnen: bei den Buchmachern. FanDuel hat seine ersten Meisterschaftsquoten veröffentlicht. Zwei Franchises teilen sich die Spitzenposition bei je +270: die Oklahoma City Thunder und die San Antonio Spurs.
San Antonio: Der Hunger der Verlierer
Die Spurs standen im Juni in den Finals. Gegen die New York Knicks ging es über fünf Spiele – dann war es vorbei. Ein Jahr später ist das Kader praktisch unverändert: Victor Wembanyama (22, Saison vier), De’Aaron Fox, Stephon Castle, Dylan Harper, Harrison Barnes und Neuzugang Tobias Harris. Kein Umbruch, keine Panikreaktion. Dieselbe Mannschaft, mit dem Stachel der Niederlage.
Der Sommer verriet viel über die Einstellung des Teams. Wembanyama organisierte im Juli Trainingseinheiten bei Nanterre 92, seinem Jugendklub, an dem er mittlerweile Anteile hält. Acht Teamkollegen reisten an — Fox, Harper, Castle, Harris, McLaughlin. Spurs-CEO R.C. Buford sprach von Wembanyamas Führungsqualitäten. Die Botschaft war klar: Die Spurs glauben an sich.
Wembanyama setzte noch ein weiteres Zeichen: Er unterzeichnete seine Rookie-Vertragsverlängerung über 252 Millionen Dollar auf Basis von 25 Prozent statt des möglichen Supermax-Anteils von 30 Prozent. Rund 50 Millionen Dollar blieben dadurch auf dem Tisch — zugunsten des Gehaltsrahmens für seine Teamkollegen. Für einen Spieler seiner Klasse ist das keine Selbstverständlichkeit.
Oklahoma City: Die Maschine läuft weiter
Shai Gilgeous-Alexander gehört zu den schwierigsten Guards der Liga im direkten Duell. Chet Holmgren verankert eine Defense, die gegnerische Offensivsysteme in der vergangenen Saison regelmäßig ausgehebelt hat. Wie ESPN berichtet: „SGA macht sie jede Nacht zum Problem.” Die Buchmacher ziehen lediglich die logische Konsequenz daraus.
Können die Knicks ihren Titel wirklich verteidigen?
New York ist amtierender Champion. Jalen Brunson — der die Playoffs mit einer Handgelenksverletzung durchgekämpft hatte, bevor er im Juli operiert wurde — soll rechtzeitig fit sein. Die Knicks haben ihr Kader weitgehend zusammengehalten; Andre Drummond ersetzt den zu den Celtics gewechselten Mitchell Robinson. Dennoch sind sie nicht die Favoriten. Die Quote spricht eine deutliche Sprache: In der heutigen NBA ist ein Titelgewinn leichter als eine Titelverteidigung.
Die Außenseiter mit echtem Potenzial
Philadelphia eröffnet bei +900. Angesichts des Trios LeBron James, Joel Embiid und Jaylen Brown – drei ehemalige Finals-MVPs in derselben Rotation – erscheint diese Quote niedrig. Ob alle drei gesund bleiben, ist eine andere Frage. Miami liegt knapp dahinter: Giannis Antetokounmpo, Bam Adebayo, Tyler Herro und nun Klay Thompson (verpflichtet am 23. August). Dazu Boston, Denver und Minnesota im Westen als weitere Herausforderer.
Die reguläre Saison beginnt am 20. Oktober im Madison Square Garden: LeBron James debütiert mit den Sixers gegen die Knicks. Die Training Camps starten am 29. September. Bis dahin lautet das Urteil der Buchmacher: San Antonio und Oklahoma City führen das Rennen an.
Quellen: ESPN Prognosen 2026/27 / Bleacher Report Quoten
