Nach fast einem Jahr Ermittlung hat die NBA keine Beweise gefunden, dass Clippers-Eigentümer Steve Ballmer Geld über Team-Sponsoren an Kawhi Leonard weitergeleitet hat, wie ESPN am 17. August berichtet. Der schwerwiegendste Vorwurf gegen Ballmer ist damit vorläufig vom Tisch – die Ermittlung ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Wie der Aspiration-Fall begann
Den Ausgangspunkt bildete ein Bericht von Pablo Torre aus dem Jahr 2025. Demnach soll Ballmer im September 2021 persönlich 50 Millionen Dollar in Aspiration, ein Fintech-Unternehmen, investiert haben. Im selben Monat unterzeichneten die Clippers einen 300-Millionen-Dollar-Partnerschaftsvertrag mit Aspiration. Im April 2022 sicherte sich Aspiration dann einen 28-Millionen-Dollar-Endorsement-Deal mit Leonard.
Der Vorwurf: Gelder seien über einen Sponsor geflossen, um Leonard jenseits des Salary Cap zu entlohnen. Das Ergebnis der Untersuchung durch die Anwaltskanzlei Wachtell, Lipton, Rosen & Katz: keine Beweise für diesen direkten Mechanismus.
Noch offen bleibt die Frage des Failure to Supervise: ob die Rolle der Clippers bei der Vermittlung von Leonard an Aspiration einen Regelverstoß darstellt. Dieser Punkt ist weiterhin Gegenstand der Ermittlung.
Trade und Zeitdruck
Der geplante Wechsel Leonards zu den Toronto Raptors bleibt bis zur endgültigen Klärung eingefroren. Commissioner Adam Silver hatte öffentlich erklärt, den Fall vor dem Trainingsbeginn am 22. September abschließen zu wollen. Vergleichsgespräche zwischen der NBA und den Clippers sollen begonnen haben, wie NBC Sports berichtet.
Die NBA widersprach dem ESPN-Bericht und nannte ihn mit zahlreichen und erheblichen Ungenauigkeiten behaftet – ohne konkrete Punkte zu nennen.
Was das für die Clippers bedeutet
Endet der Supervision-Teil der Ermittlung ohne schwere Sanktionen oder per Vergleich, ist der Trade frei und Leonard wechselt nach Toronto. Andernfalls drohen den Clippers Strafen, und der Kader bleibt sechs Wochen vor Saisonbeginn in der Schwebe.
