Victor Wembanyama hat keine Zeit mit Erholung verloren. Knapp zwei Monate nach dem NBA-Finals-Aus gegen die New York Knicks lud der 22-jährige Spurs-Center sieben Teamkollegen nach Nanterre, einem Vorort westlich von Paris, zum intensiven Offseason-Training ein.
Wie ESPN berichtet, reisten De’Aaron Fox, Stephon Castle, Dylan Harper, Tobias Harris, Harrison Barnes, Carter Bryant und Jordan McLaughlin eigens nach Frankreich. Chairman Peter Holt, General Manager Brian Wright und Head Coach Mitch Johnson waren ebenfalls vor Ort – ein Zeichen, das über eine Sommerverabredung weit hinausgeht.
Heimatliche Parketthallen, neuer Ehrgeiz
Nanterre ist für Wembanyama kein beliebiger Ort. In diesem Pariser Vorort zog er im Alter von 15 Jahren für Nanterre 92 das Profi-Trikot an und weckte erstmals das Interesse der NBA-Scouts. Diese Hallen kennt er in- und auswendig. Teamkollegen und Vereinsführung dorthin einzuladen ist eine ebenso deutliche Botschaft wie jede Kabinenansprache.
Auf dem Programm standen Konditionsarbeit, intensive Wurfeinheiten und die Weiterentwicklung des Pick-and-Roll-Spiels. Castle und Harper, beide auf dem Weg zu Stammkräften in San Antonios Kader, arbeiteten übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge ausgiebig mit Wembanyama an Kombinations-Abläufen. Fox, der routinierte Point Guard, der zu den Spurs wechselte, um sofort zu gewinnen, stand schon vor den Mannschaftseinheiten auf dem Parkett.
Spurs-CEO R.C. Buford bestätigte den Aufenthalt in von ClutchPoints wiedergegebenen Aussagen: Die Gruppe arbeite ernsthaft – von einem touristischen Ausflug könne keine Rede sein.
„Wenn Wemby anruft, kommt man”, zitiert ESPN eine Person aus dem Umfeld der Gruppe.
Verlorene Finals, ungebrochener Hunger
San Antonio hatte die Regular Season 2025/26 mit einer 62:20-Bilanz abgeschlossen – der besten Marke in der Western Conference. Die ersten beiden Playoff-Runden wurden souverän gewonnen. In den Finals gegen die Knicks war nach fünf Spielen Schluss.
Die Niederlage sitzt. Das Offseason-Camp in Frankreich ist die Antwort.
Langfristig sind die Spurs gut aufgestellt: Wembanyama hat seinen Vertrag über fünf Jahre und 252 Millionen Dollar bis zur Saison 2031/32 verlängert. Fox bringt Playoff-Erfahrung in die Startformation. Harper und Castle gehören zu den vielversprechendsten Nachwuchsspielern der Liga. Was in den Finals fehlte, war keine Talentlücke, sondern Ausführung unter Druck. Das lässt sich trainieren – genau das passiert gerade in Nanterre.
Der Westen schaut zu
Für 2026/27 wird sich die Western Conference neu sortieren. Die Lakers befinden sich im Umbruch. Oklahoma City ist hungrig. Denver bleibt eine ernste Konkurrenz. Keines dieser Teams schickt aktuell Spieler samt Trainer und GM nach Europa zum Offseason-Training.
Sieben Teamkollegen und die gesamte Vereinsführung haben Wembanyamas Einladung bereits angenommen. Die Saison 2026/27 beginnt hier, in den Pariser Vororten.
